Von Fehlentwicklungen und EmpörungSPD fordert Rücktritt des Oberbürgermeisters / Kontroverse Diskussion geht weiterVon KARIN RIECKDelitzsch. Eine brisante Diskussion ist in Gang gekommen: Hat Delitzschs Oberbürgermeister Heinz Bieniek (CDU) seine Kompetenz auf dem Stuhl des Stadtoberhauptes wegen diverser Fehlentwicklungen in der Kreisstadt verwirkt? Mitglieder der SPD-Fraktion des Stadtrates sind davon überzeugt. Fraktionsvorsitzender Siegfried Schönherr fordert den Rücktritt Bienieks. Seine wichtigsten Gründe: die Krise bei den Stadtwerken sowie der notwendige Neubau der Turnhalle in Delitzsch-Ost, der nicht vorankommt (wir berichteten).
Zu der wiederholt durch die SPD geäußerte Kritik, der Bau des Biomassekraftwerks (BMKW) und des Holzkontors Sachsen (HKS) sei am Stadtrat vorbei gelaufen, wiederholte Kiesewetter, woran Bieniek dieser Tage in der Kreiszeitung schon erinnert hatte: Nicht die Kommune habe BMKW und HKS gebaut, sondern die Gesellschafter. Was auch den SPD-Aufsichtsräten in den entsprechenden Gesellschaften bekannt sein müsste. „Offenbar hat die SPD-Fraktionsspitze die letzte Schelte der Rechtsaufsichtsbehörde im Landratsamt in diesem Zusammenhang noch nicht verarbeitet, die da lautete, dass ein Stadtratsbeschluss zur Errichtung des HKS nicht notwendig gewesen ist.“ Den Vorwurf, dass „kommunale Betriebe unser Geld kosten, anstatt es zu verdienen“, will der junge CDU-Stadtrat ebenfalls „im Interesse der Beschäftigten“ nicht im Raum stehen lassen: „Die selbsternannten Retter von Witwen, Waisen und des Kommunalvermögens sollten sich endlich zur hervorragenden Arbeit unserer kommunalen Betriebe gerade in diesen stürmischen Zeiten bekennen, anstatt jegliche Bemühungen zur Besserung der Lage zu diffamieren.“ Damit gäbe man den Unternehmen auch die Chance, „wieder ungestört Geld zu verdienen. Dann könnte es in Zukunft auch mit den Investitionen und den Arbeitsplätzen klappen“. Kiesewetter hofft, „dass am Ende alles gut wird“.
LVZ, Delitzsch-Eilenburger Kreiszeitung, 11.01.2007, Seite 3 |