Debatte um den dritten KesselDelitzsch. Im „Wohnzimmer“ der Bundesliga-Handballer von Concordia Delitzsch ging es gestern nicht um Tore: Das Kultur- und Sportzentrum war aufgrund der geplanten Inbetriebnahme des dritten Verbrennungskessels im Biokraftwerk Delitzsch (BKD) Schauplatz eines langen Gesprächsmarathons. Auf Einladung des Leipziger Regierungspräsidiums (RP) hatten sich die BKD-Chefetage, Behördenvertreter sowie Bürger, die gegen die Kapazitätserweiterung des Stromerzeugers Bedenken äußerten, zum Erörterungstermin in der Sporthalle versammelt. Hintergrund: Das BKD hatte beim Regierungspräsidium beantragt, auch mit dem letzten vorhandenen Kessel, in denen Althölzer der Klassen AI und AII zu Strom verbrannt werden, 2005 ans Netz zu gehen. Im Zuge des Projektes sollen auf dem ehemaligen Südzucker-Gelände in der Delitzscher Fabrikstraße neue Kühlanlagen, Abgasfilter sowie ein auf rund 9000 Tonnen erweitertes Holzlager entstehen. „Wir wollen die Stromleistung auf 20 Megawatt pro Stunde erhöhen“, erklärte BKD-Geschäftsführer Dirk Umbach. Dies entspreche etwa dem Bedarf der Stadt Delitzsch. Wie sich im Vorfeld abzeichnete, stößt das Vorhaben auch auf Widerstand. Der beantragte Anschluss des dritten Kessels entspricht den gesetzlichen Bestimmungen. Zu dieser Einschätzung kamen gestern sowohl Umweltfachleute des Regierungspräsidiums als auch Hartwig Schurig, Umweltamtsleiter im Delitzscher Landratsamt. In den nächsten Monaten wird der Antrag des Delitzscher Energieversorgers nochmals genau geprüft. Mit Auflagen zum Emmissionsschutz werde seitens des BKD gerechnet, so Geschäftsführer Umbach. Alexander Weise Leipziger Volkszeitung, Delitzsch-Eilenburger Kreiszeitung, 20.01.2005 |